Thanatopraxie, was ist das?

Thanatopraxie ist eine besondere Form der hygienischen Totenversorgung, die in vielen Fällen eine offene Aufbahrung Verstorbener erst möglich macht bzw. diese auch über einen längeren Zeitraum bis zur Beerdigung ermöglicht. Thanatopraktiker handeln nach dem Prinzip, Verstorbene so zu versorgen, dass die Hinterbliebenen Abschied nehmen können, ohne dass ihre Gefühle verletzt werden. Bei unseren europäischen Nachbarn wird die Thanatopraxie schon seit Jahrzehnten in großem Umfang erfolgreich angewendet. Nach den großen Naturkatastrophen jüngster Zeit war die Mithilfe von Thanatopraktikern für Polizei, Rechtsmediziner und Angehörige eine unschätzbare Hilfe. Solche Arbeit vollzieht sich nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit und ist doch für alle Beteiligten von größtem Wert.

Hilfe des Thanatopraktikers

Die Arbeit des Thanatopraktikers ermöglicht ein gepflegtes, natürliches Erscheinungsbild des Verstorbenen. Hierbei geht es nicht um unnatürliche Kosmetik, die den Tod negiert. Es geht vielmehr um ein positives Erscheinen, das den Angehörigen erleichtert, den Tod zu „begreifen“ und zu akzeptieren. Nur so wird Respekt vor dem Verstorbenen gewahrt. In besonders schwierigen Todesfällen wie z. B. durch Unfall oder Suizid ist die Arbeit des Thanatopraktikers überaus wichtig. Die Trauerpsychologie kennt 3 Bilder, die notwendig sind, um den Tod zu akzeptieren und ihn positiv zu verarbeiten:

  • das Bild des vitalen Menschen
  • das Bild des leidenden Menschen
  • das Bild des erlösten Menschen

Um Letzteres den Angehörigen zeigen zu können und überhaupt erst eine Abschiednahme zu ermöglichen, ist in vielen Fällen die Kenntnis und Fertigkeit des Thanatopraktikers unerlässlich. In ganz Nordrhein-Westfalen gibt es zur Zeit 26 Thanatopraktiker. Einer von diesen Spezialisten ist Matthias Buiting.

„Den eigenen Tod, den stirbt man nur; doch mit dem Tod der anderen muß man leben.“
Mascha Kaléko